Kloster Sion

FlaschePinot Gris
Gewürztraminer
Pinot Noir
Pinot Noir Réserve
RebenPinot Gris
Gewürztraminer
Pinot Noir
Hoehe328 M.ü.M. Flaeche330a Boden Opalinuston, Muschelkalsediment Klimagemässigtes Klima OrtGemeinde Klingnau

Kloster Sion

Gemeinde Klingnau

Das Kloster Sion in Klingnau

Über tausend Jahre Rebbau - Der Weinbau im unteren Aaretal ist über 1000 Jahre alt; die erste offizielle Meldung über Rebbau in dieser Region datiert von 892.

Das Kloster Sion in Klingnau existierte von 1269 bis 17. Dezember 1810

Die Geschichte

In einem Stiftungsbrief vom 27. Mai 1269 übergab Walther von Klingen (Cousin von Rudolf von Habsburg) mit seiner Gattin Sophie ein am Fusse des Achenberg gelegenes Oratorium mit dem Namen Sion, qui locus vocabulo Syon dictur. Zwei Monate später, am 26. Juli, bestätigte Walther von Klingen die Vergabung an den Orden der Willhelmiten. Auf Grund ihrer weissen Kleidung wurden sie auch "Weiss-Mäntel" (Blancs-Manteaux) genannt.

Im Laufe der Zeit wurde das Kloster reichlich beschenkt, unter anderem mit Weinbergen in besten Lagen. Zur Ergänzung derselben kauften die Wilhelmiten im Jahr 1312 auch den «ausgedehnten Rebberg hinterhalb des Konvents».

1467 übernahm der aus Waldshut stammende Ulrich Dämpfli († 10. Februar 1522) das Amt des Priors von seinem Vorgänger Konrad Baumgarten. Er liess einen Kreuzgang erbauen und brachte das Kloster durch Ordnung der Finanzen und unter Einsatz eigener Mittel zur Blüte. Prior Johann Nöthlich konnte die Reformation im Konvent dadurch verhindern, dass er Sion 1540 faktisch dem Kloster Wettingen inkorporierte.

Unter dem Prior Conrad Schmidlin entstand 1578 eine neue Klosterkirche. 1589 entzog die eidg. Tagsatzung der Acht Orte dem Bischof von Konstanz und dem Mutterhaus Kloster Oberried die Schirm- und Aufsichtsrechte und übernahm dieses. Das Wilhelmitenkloster bestand mit wenigen Konventualen bis 1725, als es vom Kloster St. Blasien zusammen mit Oberried und dem Kloster Mengen übernommen und hier um 1730 ein Gymnasium eröffnet wurde und das bis 1807 bestand.

Durch die Gewährung von sog. Kirchenasyl kam es  im 18 Jahrhundert zu zeitweiligen Verstimmungen mit der weltlichen Ordnung (beschrieben in "Der Vagant" von Niklaus Stöckli).

Die Gebäude wurden nach der Klosteraufhebung 1810 zunächst als Baumwollfabrik und ab 1837 als Seidenmanufaktur verwendet. Es wurden eigene Seidenraupen gezüchtet und Maulbeerbäume gepflegt. Nach der Sekularisierung  und im Laufe der Zeit wurde das Kloster zu Wohnungen umgebaut. Erhalten ist noch der alte gewölbte Klosterkeller.

Im Juni 1894 erfuhr Adelbert Meier, dass ein Teil der ehemaligen Klosterreben zu kaufen sei. Der Würenlinger Land- und Gastwirt zögerte nicht lange: Bereits am 2. Juli 1894 marschierte er mit seiner Gattin nach Klingnau, um die fragliche Parzelle zu erwerben. Die damalige Bestockung, zur Hauptsache Elbling (vermischt mit alten Sorten wie Hüntschen und Mörchel), ersetzten er und später Sohn Albert vorwiegend durch Blauburgunder (Pinot noir).

Der Wein

Für unsere Betriebe ist "Kloster Sion" nicht nur dank ausgezeichneter Lage und besten klimatischen Bedingungen ein ganz besonderer Rebberg, sondern hier führt die Rebschule auch weiter, was Gründer Albert Meier 1929 begonnen hatte: die Klonenselektion.

Ein Klon umfasst Nachkommen mit absolut identischen genetischen Eigenschaften. Schon Albert Meier unterschied einzelne Klone, vor allem der Sorte Blauburgunder, indem er hauptsächlich sichtbare Qualitäten wie Wüchsigkeit und Wuchsform, Blattform und -grösse, Traubenform, Fäulnisanfälligkeit, Ertrag und Reife bewertete. Die besten Klone wählte er aus und verwendete ihre Edelreiser für die Veredlung. So entstand u.a. der bekannte «Meier-Klon» 10, der heute in der dritten Generation  (10/5-5) praktisch in der ganzen Schweiz verbreitet ist. Insgesamt kennt man beim Pinot noir gegen 100 verschiedene Klone.

Noch heute besteht eine ausgedehnte Klonenversuchsanlage in Klingnau. Ziel der Klonenselektion ist ganz allgemein die Qualitätsverbesserung, wobei die entscheidenden Qualitätsfaktoren die Farb-, Zucker- und Extraktwerte der reifen Traube sind, ferner auch Fäulnis- und Krankheitsanfälligkeit, Wuchskraft und Wuchsform.

In der Lage Kloster Sion werden heute ausser Pinot noir auch die Sorten Pinot gris und Gewürztraminer angebaut.

Lage:  Der Nähe zum Klingnauer Stausee, der geringen Höhe (ab319 m.M) und der vom Achenberg und Schwarzwald biesengeschützten Lage verdankt der Rebberg das milde Klima, welches regelmässig beste Reifegrade ermöglicht.

Der schwere Boden aus Opalinus-Ton und stark verwittertem Muschelkalksediment ist sehr mineralisch -  die Wurzeln der Reben von so  berühmten Lagen wie Chateau Petrus und Cheval blanc fussen in einem vergleichbaren Boden. Diese mineral- und eisenhaltige Tonschicht verleiht dem "Kloster Sion" seine üppige runde Fülle, die immer über die Tannine dominiert und im Alter für die trüffelartigen und auch an Dörrzwetschgen erinnernden Aromen verantwortlich ist.

Maischegährung mit "pigeage" (stösseln) automatisch oder für den Réserve auch manuell in sog. Burgunder-Cuves, eine pumpefreie Maischeförderung und der Ausbau im Stückfass für den klassischen Kloster Sion oder im Barrique, sog. fût de bourgogne, für den Kloster Sion Réserve fördern seine Unverwechselbarkeit und Einmaligkeit.

Weitere Lagen

Würenlingen: Höll, Eichen FirsthaldeWannenberg
Klingnau: Kloster Sion Döttingen: Sennhof, Im Lee