Rebberg

Die Rebe, diese Sonnenpflanze, bedarf an unseren Standorten  eine besonders sorgfältige Pflege. Die Arbeiten sind über das Jahr genau aufeinander abzustimmen, damit im Hinblick auf eine lange Fruchtbarkeit auch gleichmässig geformte Rebstöcke erhalten bleiben. Kein Stock trage zu viel und keiner zu wenig. Ordnung und gleichmässige Leistung führen zu dem, was wir unter einem schönen Weinberg verstehen.  Durch einen kleinen Stockabstand von 180 auf 80 cm, dies entspricht ca. 7000 Reben pro Hektar, kann die Belastung des Einzelstocks klein gehalten werden. In so manchen Jahren ernten wir pro Stock kaum ein Kilogramm, folglich also kaum eine Flasche Wein.  Nicht die Trauben-Menge pro Bodenfläche, sondern die besonnte Blattfläche ist uns massgebend. In jeder Jahreszeit sind flinke Hände mit schneiden, binden, erlesen, heften, gipfeln, auslauben und letztlich mit dem lesen der Trauben beschäftigt.

Unser heutiger Weinbau ist aufwendig  mechanisiert. Spezielle Traktoren mit enormer Steigfähigkeit und Wendigkeit haben sich für viele Arbeiten durchgesetzt. Diese komplexen Maschinen zu bedienen ist anspruchsvoll und braucht eine hohe Konzentration des Fahrers. Trotz der zweifellos grossen Hilfe sind Maschinen kein Ersatz der geschulten und geübten Winzerhand für den präzisen «Finish».

Die Lese erfolgt von Hand mit gut eingeführten Lesehelfern. Bereits bei der Lese am Stock wird ausgesondert. Die Trauben werden in Stapelkistchen aus dem Weinberg gefahren, je nach Sorte vor der Kelterung über Nacht im Kühlraum abgekühlt oder direkt in Standen in die Sternen-Trotte geliefert.  Der amtliche Traubenlesekontrolleur wiegt den Ertrag jeder Parzelle und die Dichte des Saftes (°Oe)

Schon die Hälfte unserer Weinberge sind eingetragene Flächen mit schützenswerter Artenvielfalt. Wir bewirtschaften diese gemäss den Bewirtschaftungsverträgen für naturnahe Landwirtschaft (Beve) und allgemein der der integrierten Produktion.

Die Nährstoffwerte der Böden werden für eine möglichst genaue und ausgewogene Versorgung regelmässig analysiert. Den Dünger schliesslich erhalten unsere Reben in organischer Form oder auch in Rapsschrot gepresst als «Pellets».

Der Pflanzenschutz ist für die bekannten Pilzkrankheiten der Rebe unumgänglich. Mit den On-Line-Prognosen kann der Aufwand minimiert und auf die alleinige Verwendung von Fungiziden reduziert werden. Dank Zweistoffapplikation wird in die Traubenzone und die Laubwand mit modernen und differenzierten Mitteln gegen die Ausbreitung von Pilzkrankheiten behandelt.

Unsere Erfahrung im Weinbau mit den klassischen Sorten haben uns zur Überzeugung gebracht, dass um des Arguments «Bio» willen, die entsprechend geforderte Bewirtschaftung der Natur keinen Dienst erweist, im Gegenteil.