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19.02.2019

Kloster Sion – Geschichte und Anekdoten

Weingut zum Sternen

Vom Arzt des unteren Aaretales, der einmal in der Woche mit Ross und Wagen von Klingnau nach Würenlingen kam, um seine Patienten zu besuchen, erfuhren Adelbert Meier und seine Gattin Paulina, ihres Zeichens Urgrosseltern der heutigen Winzergeneration, im Jahre 1894, dass die Reben des Kloster Sion, welches bereits 1808 vom Kanton Aargau säkularisiert wurde, zu kaufen sind. Bald darauf ergab sich die Gelegenheit, im Anschluss an die damals noch übliche Würenlinger Bittprozession nach Klingnau, mit den Eigentümern über den Kauf dieser Reben handelseinig zu werden. Vor 125 Jahren, also am 2. Juli 1894, anschliessend an die Pestilenz-Prozession, kaufte Adelbert Meier, die ersten Reben im Rebberg des ehemaligen Kloster Sion.

Die schönsten Geschichten beginnen bekanntlich mit dem Mut neues auszuprobieren und Erfolgsrezepte selber zu schreiben. Diese unternehmerische Investition war für damalige Verhältnisse ein mutiger Entscheid, beträgt die Distanz immerhin eine gute Stunde zu Fuss.

Bis der Pinot auf dem Klingnauer Boden zu dem werden konnte, was wir heute kennen, sollte es aber noch dauern, zumal anfänglich ein grosser Teil mit der Sorte Elbling (vermischt mit den alten Sorten Hüntschen und Mörchel) bepflanzt war und erst mit «Clevner» (Pinot noir) neu bestockt werden musst.

Der Witterung wurde in den ersten Jahren mit Humor begegnet, so stand mit Bleistift an einem Balken des alten Rebhauses «Witterung 1897 – 1/3 Landregen, 1/3 Gewitterregen und 1/3 Regenwetter!“

Anekdoten aus der Familie Meier


Marta Saner-Meier, Schwester von Anton Meier, 3. Generation

Ab 1944, ich war dann aus der Schule, begann meine Arbeit im Weinberg. Es war noch Krieg, die Reben brauchten trotzdem Pflege. Ein Nachbarsmädchen und ich fuhren durchs Dorf, aus allen offenen Stubenfenstern ertönten die Mittagsnachrichten. Mit Ida Schneider fuhren wir weiter. Jung, fröhlich auf der Hochstrasse nach Klingnau. Kein Fuhrwerk, kein Auto, nichts, die Strasse gehörte uns. Darum die Füsse auf der Lenkstange, es ging ja runter nach Klingnau.

Um 13.00 Uhr begann die Arbeit im Weinberg. Gasse um Gasse banden wir die Schosse senkrecht an den Stickel und verzwickten die Geiztriebe. Erbarmungslos brannte die Sonne auf uns nieder, ein Segen für die Reben. Wir aber lechzten nach den zVieri-Pause im kleinen Räbhüsli. Kühles Wasser für unseren Durst holte ich im nahe gelegenen alten Klostergebäude.

Unten im Keller gab es eine nie versiegende Wasserquelle.

Nach 30 Min., Ida war streng mit uns, ging die Arbeit weiter bis um 18.00 Uhr. Dann wieder die fröhliche Heimfahrt mit dem Velo.

Es war noch Krieg, die Reben brauchten trotzdem Pflege.


Manuel Meier, 4. Generation

Mit dem ‚Kloster Sion’ verbinde ich sehr schöne Kindheitserinnerungen. So kann auch ich mich an das kühle und klare Wasser aus dem Klosterbrunnen erinnern – nicht weil ich selbst davon getrunken habe, sondern weil mein Vater immer und immer wieder vom „Besten Wasser“ erzählt hat.

Lebhaft habe ich die harte Arbeit im Rebberg in Erinnerung. Mit sehr viel Lehm an den Schuhen war das Setzen von neuen Reben bei diesem schweren Boden besonders anstrengend. Der gute Weine hat die Mühen jedoch jedes Jahr wettgemacht.

Kloster Sion – Wir feiern 125 Jahre!


Für unsere Betriebe ist `Kloster Sion` heute nicht nur dank ausgezeichneter Lage und besten klimatischen Bedingungen ein ganz besonderer Rebberg. Er steht auch sinnbildlich für unser evolutionäres Streben hin zum perfekten Wein – und das bereits seit 125 Jahren! Das feiern wir.